Startseite
    Gedichte
    Stell dir vor...
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


 
Letztes Feedback

http://myblog.de/stelldirliebevor

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Stell dir vor, ... Sonnenuntergang

Stelle dir vor, du wachst auf. Ganz langsam öffnest du deine Augen und guckst nach oben. Keine zehn Zentimeter vor deiner Nase ist schon die Decke, eine schlichte Plastikverkleidung mit aufgezeichnetem Holz. Du warst also nicht mehr da, wo du eingeschlafen bist: In dem kleinen, verträumten Hotelzimmer an der Küste des Mittelmeers, an dem du gerade mit mir Urlaub machst. Verwundert schaust du dich um und stellst fest, dass du in einer Kajüte geschlafen hast, einer ziemlich kleinen mit einem Zweierhochbett. Sofort wird dir auch klar, wovon du aufgewacht bist: Das ständige auf und ab. Aufgrund des erst eben beendeten Schlafes wird dir erst jetzt ganz langsam klar, dass du auf einem Boot bist. Du ziehst dir dein weißes Nachthemd aus und schlüpfst in deine Sommerbekleidung, in der du die Kajüte verlässt und die kleine Treppe nach oben steigst, die zum Deck führt. Erst musst du blinzeln, da die grellen Sonnenstrahlen deine noch müden Augen blenden, doch langsam gewöhnst du dich daran. Du siehst dich um: Du stehst auf einer weißen Yacht, die mit ordentlicher Geschwindigkeit durch das extrem klare Wasser prescht. An der Spitze der Yacht sind zwei Liegen aufgestellt – beide sind leer, aber auf einem ist noch der Abdruck in dem darauf gelegten Handtuch zu erkennen. Du siehst dich weiter um und schaust nach hinten. Ich stehe hinter dem Steuerrad und winkte dir lachend zu. Der Wind zerzauste meine Haare und ließ meine weißen Klamotten hin und her wehen. Du kletterst zu mir hoch und umarmst mich schweigend von hinten und genießt, wie die salzige Meeresluft in dein Gesicht weht. Irgendwann fange ich an zu erzählen und erkläre dir, dass ich über Nacht ganz heimlich eine Yacht gemietet habe und dich mit Einsatz von Schlafmitteln in das Bett, in dem du gerade aufgewacht bist, gebracht habe. Du starrst mich erstaunt an und musst breit grinsen, total begeistert von meinen Mühen. Komplett sprachlos starrst du auf das Wasser. Du kannst fast bis auf den Grund durchsehen, so klar ist es. Irgendwann löst du dich auf deiner Starre und fragst mich, wieso ich das mache – und vor allem, wieso heimlich. Ich lache, als wäre dies eine kleine, kindische Frage. Gemacht hätte ich das, um dir einen der schönsten Tage, die du je erleben wirst, zu schenken, sage ich dir. Und heimlich, weil ich dir eine Überraschung machen wollte. Das diese vollkommen gelungen ist, sehe ich an deinem Gesichtsausdruck und muss lachen. Wir fahren eine Weile und irgendwann stoppe ich das Boot, was nur noch leicht im ruhigen Wasser auf und ab treibt. Wir setzen uns vorne auf die beiden Liegen. Du schaust dich wieder um. Um uns herum ist nichts anderes als Wasser, das klarste, schönste, am meisten glitzernde Wasser, das du je gesehen hast. Irgendwann stehst du auf und legst dich auf mich drauf. Ich schrecke auf, da ich ein wenig eingedöst bin, was du allerdings durch meine Sonnenbrille nicht gesehen hast. Langsam küssen wir uns und ich streichel dich am ganzen Körper. Unsere Küsse werden immer gieriger und ich ziehe dich solange aus, bis du ohne Klamotten vor mir stehst. Aber anstatt dich weiter zu liebkosen, hebe ich dich hoch. Du fängst an in einer irgendwie entzückten Art zu kreischen und ich schmeiße dich über Board. Mit einem lauten Platschen kommst du auf und ich pelle mich auch aus meinen Klamotten heraus und folge dir in das warme Nass. Wir schwimmen eine Weile durch das glasklare Wasser und genießen das Beieinander-Sein, dann kehren wir zum Boot zurück. Ohne uns abzutrocknen legen wir uns wieder auf die Liegen und lassen uns unter der warmen Sonne garen. Nachdem ich dir deine Lieblingsspeise Nudeln, die ich selber mit Herzchenformen gemacht habe, serviert habe, schließt du deine Augen und beginnst auch aufgrund des vollen Magens und der Hitze zu schlafen. Du träumst was wunderschönes, was dich im Schlaf lächeln lässt, und aus dem du erst wieder aufwachst, als meine Lippen die deinen berühren. Du nimmst die Sonnenbrille ab und blinzelst den Schlaf weg. Du fröstelst ein wenig und fragst mich verwundert, wie lange du geschlafen hättest. Ich sage dir, dass dies eine Weile gewesen sei, lächel dabei über deine Süßheit während des Schlafens. Ich sage dir, dass ich eine kleine Überraschung für dich habe, und du folgst mir auf das Dach, das den Bereich, in dem sich das Steuerrad befindet, vor Nässe schützt. Erstaunt bleibst du stehen und guckst dir deine Überraschung an: Eine Decke mit vielen, wunderschönen Kerzen, in deren Mitte eine Schale gefüllt mit süßestem Popcorn steht. Daneben liegt deine Spiegelreflexkamera. Wir setzen uns auf die Decke und schauen auf das Meer hinaus. Du gehst kurz runter in deine Kajüte und wirfst dir einen Bademantel über, da es doch schon recht spät geworden ist, und es kühl und auch ein Stückchen dunkler geworden ist. Du setzt dich wieder neben mich und wir starren auf das weite Meer hinaus. Wir sitzen eine Weile – ab und zu ein Popcorn essend – und genießen die weite Aussicht, als sich plötzlich der Himmel rot färbt. Du stöhnst begeistert auf und grinst mich an. Die Sonne, die uns so nah erscheint, leuchtet in einem glimmenden Rot auf, dass alles um uns färbt. Ganz besonders aber sieht das Wasser aus, das das rote Licht noch viel, viel schöner spiegelt als das Sonnenlicht zuvor. Irgendwann ist die halbe Sonne über den Rand des Horizontes gefallen. Plötzlich hören wir ein lautes Schnattern, du drehst dich erschrocken um, doch das Wesen, das das Geräusch verursacht hatte, war schon längst wieder im Wasser verschwunden. Du zuckst mit den Schultern und schaust wieder in die Sonne. Plötzlich springen vor uns aus dem Wasser zwei Delphine hoch, schnattern laut. Schnell nimmst du deine Kamera, doch die Delphine sind schon längst wieder verschwunden. Traurig machst du einen süßen Schmollmund, hältst aber die Kamera für den Fall bereit, dass die Delphine wiederkommen, was du aber nicht glaubst. Doch plötzlich springen sie wieder hoch, genau zentral zu der roten Sonne, sodass wir nur die Silhouette erkennen können. Du reißt deine Kamera hoch und schießt ein Bild von diesem wunderschönen Motiv. Aufgeregt und vollkommen begeistert zeigst du mir das Bild auf dem Display und ich grinse stolz. Wir küssen uns wieder, wobei ein Schauer von Glück über uns ergeht und uns beide grinsen lässt. Wir starren noch ganz lange auf die untergehende Sonne, bis wir beide auf dem Dach einschlafen…
19.2.11 11:29
 


Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung