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Stell dir vor, ... Strand

Stell dir vor, du bist am Strand, umgeben von dem schwappenden Geräuschen der tanzenden Wellen, umgeben vom kräftigen Gekreische der Möwen, umgeben vom Rauschen des Windes, der dir deine Haare aus dem Gesicht fegt. Die Sonne küsst gerade den Horizont und taucht den Himmel mit seinen flauschigen Wolken in ein angenehmes, warmes Rot. Du musst bei dem Anblick lächeln und ein Schauer fährt dir über die Haut. Du kniest dich kurz hin und ziehst dir deine Schuhe aus. Deine Füße gleiten in den warmen, makellos weißen Sand und kitzeln dich. Du musst grinsen und gehst langsam ein paar Schritte, wobei du darauf achtest, dich nicht an den spitzen Kanten der toten Muscheln zu schneiden. Schade, dass sie so leblos herumliegen. Du gehst eine Weile und schweifst mit deinen Gedanken ab. Hier seid ihr früher immer lang gegangen...
Plötzlich berührt dich eine warme Hand auf deiner Schulter und dreht dich ganz sanft um. Er steht vor dir und grinst übers ganze Gesicht. Du liebst dieses Grinsen, du liebst die Zähne, die dabei offenbart werden, du liebst die Falten rechts und links der wunderschönen Lippen, du liebst diese Person, die da vor dir steht. Er schweigt und schlägt liebevoll die Augen nieder. Dir wird ein wenig schwindelig, so verrückt spielt dein Magen, dein Verstand. Er beraubt dir einfach sämtliche Sinne. Er öffnet seine Hand und bietet sie dir an. Sanfst ergreifst du sie und erfühlst jede einzelne raue Falte, die sein so junges Leben schon hinterlassen hatte. Er umschließt deine Hand und eine wohlige Wärme geht von ihr aus. Ganz langsam geht ihr Hand-in-Hand den Strand entlang, wobei ihr euch immer und immer wieder verliebte Blicke zuwerft. Er sieht so umwerfend aus und dieses Gefühl, ihn neben sich zu haben, ihn zu berühren, ihn einfach nur zu kennen, es ist so unbeschreiblich. Das ist das, was man Liebe nennt. Diese Geborgenheit, die mit seiner bloßen Anwesenheit eintritt, du hast es so vermisst. Genieße es für den Moment, genieße es, so lange du nur noch kannst. Jedes Gefühl, so schön es auch ist, jedes Gefühl ist irgendwann mal weg und zurück bleibt die Leere, du Angst, der Zweifel, also genieße. Genieße!
Du guckst wieder zur Seite. Du siehst nur die Silhouette seines Kopfes, um den von dem lieblichen Licht des Sonnenuntergangs ein roter Kranz leuchtet. Unbeschreiblich, einfach unbeschreiblich. Ihr geht eine Weile, eure Füße werden irgendwann von dem leicht aufbauschenden Wasser eingeschlossen und benetzten sie. Du siehst fasziniert zu, wie das Licht der Sonne gebrochen wird und die Haut der Lebensquelle glitztert. Du schaust wieder auf und bemerkst, dass er dich die ganze Zeit mit einem verstohlenden Lächeln beobachtet hat und jetzt, da du ihn ansiehst, noch breiter grinst und ganz sanft deine Hand fester hält. Eine Träne kullert dir die Wange herunter und tropft von deinem Kinn. Er guckt dich besorgt an und streicht ihre Spur sanft von deiner Haut. Die Berührung lässt dich erschauern und tiefe Trauer steigt in dir auf. Eine weitere Träne kullert über dein Gesicht. Langsam schüttelt er mit besorgtem Blick den Kopf, als würde er dir sagen wollen, dass du aufhören sollst.
„Aber ich vermisse dich.“, schreist du voller Trauer und lässt die Hand los. Du fällst auf die Kniee, die sofort nass werden, und drückst deine Stirn auf den warmen Sand, der auf einmal so hart erscheint. „Ich vermisse dich doch so.“ Tiefe Schluchzer erschüttern deinen ganzen Körper, du vergräbst deine Hände tief im Sand, als würdest du ihm wehtun wollen. Du schreist lauthals und Tränen fließen in Bäche über dein Gesicht und hinterlassen kurz ihre Spuren im Sand, doch sie versiechen viel zu schnell. Du schluchzt und schluchzt und hoffst, dass er dir aufhilft, dass er dich mit seinen warmen, starken Händen stützt, dich beschützt, dir Liebe gibt. Doch du wartest verzweifelt. Du weinst eine Weile weiter und hoffst, dass dieses Elend, dieser Schmerz bald vorbeigehen wird. Du willst aufgucken, dich vergewissern, dass er noch da ist – du weißt, dass er da ist. Er muss einfach da sein! Er wird dich wie immer anlächeln, er wird dir wie immer Kraft geben, er wird so wunderbar sein wie eh und je. Du willst zwar aufgucken, doch du schaffst es nicht. Du hast Angst vor der Wahrheit, diese schmerzliche Wahrheit. Du atmest tief ein und wieder aus, du sammelst all deine Hoffnung, all deinen Mut und schaust auf. Es dauert eine Weile, bis du durch den Schleier deiner Tränen etwas sehen kannst.
„Nein...“, murmelst du nur und stumme Tränen verlassen deine schmerzenden Augen. „Nein...“
Er war nicht mehr da, die Stelle, wo er gewesen war, war leer. Die Wahrheit überkommt dich: Er war nie da gewesen. Du schaust auf den Sand – voller Hoffnung, er muss doch da gewesen sein, doch da sind nur deine Spuren, deine einsamen, lieblosen Spuren.
Hier seid ihr früher immer lang gegangen...
19.2.11 11:30
 


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