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Stell dir vor, ... Kirschbaum

Stelle dir vor, wir gehen spazieren. Es ist Frühling und um uns herum fliegen unzählige von Blüten, Pollen und Insekten. Wir gehen Hand-in-Hand einen ausgetretenen Pfad entlang, der mitten durch einen wunderschönen Park führt. Der Park ist voll mit schönen Laubbäumen, die zu dieser Jahreszeit in ihrer ganzen Pracht strahlen. Der gesamte Boden des Parks ist voll mit dem feinsten Gras, was du je gesehen hast. Tausende Gänseblümchen strecken zwischen dem vielen Grün ihre Köpfe gen Himmel und sie wippen fröhlich hin und her, wenn sie der Wind oder die Pfote eines Hundes sie dazu bringen. Wir breiten eine Decke aus und legen uns auf den Boden. Er ist samtweich. Du guckst ihn dir genauer an: Zwischen den Gänseblümchen und dem Gras entdeckst du weichstes Moos. Lachend reißt du ein wenig davon aus dem Boden und wirfst mich damit an. Ich versuche auszuweichen, doch du triffst mich – natürlich mitten ins Gesicht. Gespielt wütend baue ich mich vor die auf und falle schreiend über dich her. Lachend rollen wir von der Decke hinunter und liegen einfach nur noch zusammen im Gras. Du schaust nach oben und deutest auf eine Wolke. Ich schaue sie mir auch an und muss lachen. Sie sieht aus wie eine riesige Rose. Schade, dass wir sie nicht riechen können, sie hätte gut zu den ganzen Blumengerüchen um uns herum gepasst. Die Wolke schwebt ganz langsam über unsere Köpfe hinweg und irgendwann verschwimmt sie. Ein Hund rennt bellend an und vorbei und du suchst ängstlich bei mir Schutz. In meinen Armen fühlst du dich wohl. Ich sehe dich gespielt vorwurfsvoll an und du lachst. Deine kindliche Angst ist so süß. Wir schauen wieder nach oben. Unsere Wolke hat sich in der Mitte geteilt und bildet jetzt zwei Herzen, die nach und nach in ein einziges großes zusammenlaufen. Ich gebe dir einen Kuss auf die Stirn und du schließt seufzend die Augen. So wohl hast du dich noch nie gefühlt. Wir liegen noch eine Weile herum, dann sage ich dir, dass ich dir etwas zeigen muss und du stehst ächzend auf. Wir ziehen unsere Schuhe aus und lassen sie bei der Decke. Die Grashalme und Gänseblüten kitzeln dich ein wenig, aber du streichst mit dem Fuß wohlwollend durch das Gras. Es ist ein angenehmes, sehr schönes Gefühl. Ich nehm dich bei der Hand und sage dir, dass du mir vertrauen musst. Natürlich tust du das sofort, sagst es mir aber nicht, sondern kämpfst kurz gegen mich an. Den Kampf gewinne ich ohne Probleme und du lachst laut auf. Ich dreh dich einmal herum und verbinde dir die Augen mit einem Stück Tuch. Auf einmal ist die Welt um dich herum verschwunden. Du spürst nur noch die Wärme der Luft, das Gras unter deinen Füßen, die Wärme und den Druck meiner Hand und hast ansonsten nur deine Ohren. Sehen tust du gar nichts. Wir gehen zusammen eine Weile und du fragst dich, wo wir hingehen. Nach einiger Zeit hörst du ein leises Plätschern und eiskaltes Wasser berührt deine Füße. Du kreischst erschrocken auf und ich lasse deine Hand los. Plötzlich berühren meine Lippen die deine und das eiskalte Wasser tropft von oben auf unsere Gesichter hinab. Es ist ein sehr feuchter Kuss, sozusagen. Ich nehm dich wieder an die Hand, nur das meine Hand von dem Wasser viel kälter und nässer ist als vorher. Wir durchqueren den Bach und du spürst spitze Steine unter deinen Füßen, die dir nicht wehtun, sondern ein angenehmes Kitzeln erzeugen. Ich nehme dich in meine Arme und hebe dich eine Böschung hoch. Wieder fühlst du das Gras unter deinen Füßen. Wir gehen ein paar Schritte und irgendwann drehe ich dich um und drücke dich ganz sanft auf eine holzige Parkbank. Sie ist von der Sonne vorgewärmt und wärmt angenehm deinen Hintern. Du spürst, wie ich mich neben dich setzen und dein Gesicht ganz sanft in beide, noch etwas kalten Hände nehme. Ich gebe dir einen Kuss und nehme dir dabei das Stück Tuch vom Gesicht. Du schlägst langsam die Augen auf und lässt von mir ab. Vor dir siehst du die herabhängenden Äste eines Baumes. Sie tragen weiße und rosa Blüten, von denen sich viele abgelöst haben und durch die Luft schweben. Du guckst dich um. Wir sitzen genau unter einem Kirschenbaum und in einem nahem Umkreis ist alles ein einziges Meer aus Blüten. Es ist wunderschön. Du siehst mich an und kannst deine Gefühle nur mit einem Lächeln zeigen. Dann küsst du mich auf eine Art und Weise, die mir viel mehr sagt, als tausend Wörter. Als du wieder die Augen öffnest, setzt sich ein Marienkäfer genau auf meine Nase. Er scheint dich anzugucken. Er hat drei Flecken und ist ziemlich klein. Wir lachen beide auf, wodurch er sich erschrickt und wieder davon fliegt. Ich sage dir, dass ich dir noch etwas zeigen möchte und bitte dich aufzustehen. Das tust du und guckst dorthin, wohin ich zeige. In dem Stamm des Baumes ist ein großes Herz geritzt, in denen unsere Namen stehen. Du lächelst und nimmst meine Hand. Ich deute nach unten und du guckst auf die Stelle der Bank, auf der du gerade noch gesessen hast. Dort ist ins Holz geritzt: Ich liebe dich.
19.2.11 11:39
 


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